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Begleitende Maßnahmen
Patienten mit rheumatoider Arthritis sind oft gezwungenermaßen wenig aktiv und leiden daher nicht selten unter Muskelschwäche oder Muskelschwund. Ein geeignetes Übungsprogramm kann die Beweglichkeit der Gelenke erhalten oder wiederherstellen, die Stärke und Ausdauer der Muskulatur verbessern und das Wohlbefinden fördern.
Physikalische Therapie
Die physikalische Therapie setzt auf eine Kombination aus mechanischen Bewegungs-, Druck- und Zugreizen sowie Kälte- und Wärmereizen. Mit ihr lassen sich Schmerzen gut bekämpfen.
Bewegungstherapie
Regelmäßige Bewegung hilft, die Gelenke in Schwung zu halten. Bei der Krankengymnastik und anderen Bewegungstherapien werden wichtige Bewegungsabläufe geübt. Auch die Muskulatur wird gelockert und gestärkt. Das beugt Fehlhaltungen vor und wirkt sich positiv auf die Stabilität der Gelenke aus.
Durch Gang- und Haltungsübungen lassen sich Fehlstellungen der Gelenke und Situationen mit ungünstiger Belastung (längeres Stehen, Knien oder Hocken) bessern bzw. korrigieren. Die Patienten eignen sich eine gesündere Körperhaltung an und lernen, ihre Gelenke zu schonen. Außerdem lassen sich auf diesem Wege Schmerzen, Steifigkeit und andere Symptome bessern.
Physikalische Wassertherapie (Hydrotherapie)
Auch Bewegung im Wasser kann zur Schmerzlinderung und zur Entspannung der Muskulatur beitragen. Dabei wird die Belastung der Gelenke durch die Schwerkraft vermindert. So bewirken z. B. Bewegungsbäder, Wassergymnastik und Schwimmen die notwendige Lockerung und Stärkung der Muskeln, ohne dass die Gelenke so stark belastet werden wie bei vielen anderen Sportarten.
Ruhepausen nicht vergessen
Ganz wichtig: Regelmäßiges Training! Die erlernten Übungen sollten auch zu Hause durchgeführt werden. Doch auch Ruhe wirkt sich positiv auf Entzündungen der Gelenkinnenhaut aus. Man sollte deshalb ein Gleichgewicht zwischen Belastung und Ruhe finden. Zum Beispiel kann kräfteschonendes Verhalten, wie das Einlegen kurzer Ruhepausen bei körperlicher Betätigung, die Leistungsfähigkeit verbessern. Vor allem im akuten Entzündungsschub sollten die Gelenke geschont werden.
Kälte- und Wärme
Kälte- und Wärmeanwendungen z. B. in Form von Eis- oder heißen Fangopackungen tragen dazu bei, Schmerzen zu lindern. Doch Vorsicht: Nicht immer ist die gleiche Maßnahme angezeigt. Kälte wirkt gegen Schmerzen, Rötung und Schwellungen bei akuten Entzündungen. Wärme dagegen hilft bei Verspannungen und fördert die Durchblutung der Muskeln. Sie sollte im akuten Entzündungsschub nicht angewendet werden.
Viele weitere Anwendungen können das Wohlbefinden fördern: Massage, Ultraschall oder Elektrostimulation helfen Verspannungen zu lösen und die Schmerzen zu lindern.
Hilfsmittel
Für den Alltag gibt es verschiedene Hilfsmittel, die den Betroffenen helfen sollen, möglichst lange ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Dazu gehören beispielsweise Verrichtungen, die das Öffnen von Flaschen oder Türen erleichtern sowie Geräte zur Entlastung der kleinen Gelenke in den Händen. Weitere Hilfsmittel für zu Hause können z. B. beim Aufstehen und Hinsetzen, beim Anziehen, bei der Toilettenbenutzung, beim Baden oder bei sonstigen alltäglichen Tätigkeiten helfen.
Durch Schienen lassen sich rheumabedingte Schwellungen und Entzündungen verringern, schmerzhafte Bewegungen vermeiden und Gelenkverformungen korrigieren oder verhindern. Orthopädische Hilfsmittel wiederum können eine schlechte Körperhaltung korrigieren und die Gelenke abfedern.